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Reisepass und Personalausweis wie bei Kreditkarten-Daten-Diebstahl sperren lassen?

Wenn jemand die Kreditkartendaten samt einiger persönlicher Daten wie geburtsdatum und -ort und Staatsangehörigkeit hat, dann kann er leicht via Internet Einkäufe tätigen und man gerät in arge Probleme. Deshalb lässt man die Kreditkarte schnell sperren und eine neue mit neuen Daten wird einem zugeschickt.

Was muss man machen, wenn eine digitale Kopie (=ein Scan) des Reisepasses und des Personalausweises in die falschen Hände gelangt ist? Damit kann (on- wie off-line) auch viel Schaden angerichtet werden. Sollte man zur Polizei oder zum Einwohnermeldeamt gehen und die beiden Dokumente sperren lassen und sich neue mit neuer Nummer besorgen? Kostet das soviel wie ein neuer Reisepass und ein neuer Personalausweis? Oder sogar mehr?

Man kann doch nicht die Hände auf den Schoß legen. Selbst wenn der Verdächtige den Scan einfach so aus Rache anderen in Asien oder in Mafia-Gebieten via Email weiterleitet, besteht eine Riesengefahr des Missbrauchs und eines Tages werde ich für irgendetwas beschuldigt.

Was also tun?

Warum kombiniert man Führerschein, Personalausweis, Krankenkassen- und EC-Karte nicht einfach?

Statt immer mehrere Karten mit sich herumzuschleppen, wäre es doch praktisch, wenn man Führerschein, Personalausweis, Krankenkassen- und EC-Karte in einem Dokument vereinen würde. Auf der Karte stehen dann nur allgemeine Angaben, die sich nicht ändern wie Name, Geburtsdatum und Ausweisnummer und der Rest wird elektronisch gespeichert und ggf. verschlüsselt mit unterschiedlichen Schlüsseln, so daß jede Behörde, Polizei, Bank oder ein Arzt nur auf die Daten zugreifen können, die für sie relevant sind. Oder alternativ wird neben den allgemeinen Informationen nichts direkt auf der Karte gespeichert und Behörden, Banken und Co. pflegen je ihren eigenen Datenbestand und nutzen quasi nur die eindeutige Ausweisnummer, um einen Datensatz einem „Kunden“ zuzuordnen.

Warum wird im Zeitalter immer stärkerer Vernetzung nicht endlich „ein Ausweis für alles“ ausgegeben?
Wenn einer keine Fahrerlaubnis hat, ist diese natürlich auch nicht auf der Karte bzw. in den Datenbanken eingetragen. Es soll ja nicht auf der Karte aufgedruckt stehen, sondern lediglich elektronisch gespeichert werden.

Erteilung oder Entzug einer Fahrerlaubnis erfordern somit lediglich eine Änderung des Datensatzes, ohne daß man eine neue Ausweiskarte bekommt oder die Karte komplett abgeben muß. Bei einer Kontrolle würde der Polizei beim Datenabgleich über ein Kartenlesegerät dann automatisch angezeigt werden, ob der Fahrer aktuell über eine Fahrerlaubnis verfügt oder nicht.
Wenn jeder (Behörden, Krankenkassen, Banken) eine eigene Datenbank pflegt und im wesentlichen nur die Ausweisnummer (und Name und Geburtsdatum) von der Karte zur Identifizierung nutzt, weiß ja nur die entsprechende Stelle über den „Status“ des Inhabers gemäß ihrem Datenbestand Bescheid.

Somit kann der Arzt zwecks Abrechnung z.B. auf den Datenbestand der Krankenkassen zurückgreifen, aber er kann nicht feststellen, bei welcher Bank man ist, ob man eine Fahrerlaubnis hat u.s.w. (außer er kennt entsprechende Mitarbeiter, die „unter der Hand“ Auskunft geben, aber das wäre ja heute auch schon denkbar.) Umgekehrt kann die Polizei erforderlichenfalls den Status der Fahrerlaubnis abfragen, aber eben nicht feststellen, bei welcher Krankenkasse oder Bank man ist.

So wäre alles getrennt, aber trotzdem kann man sich überall mit der gleichen Karte identifizieren.